Raumfahrt
Wie die Emirate den Mars erobern wollen
1971 hatten sich sieben Emirate am Persischen Golf zu den Vereinigten Arabischen Emiraten vereinigt. 2021 wurde das Land ein halbes Jahrhundert alt. Grund zu feiern. Und wo ginge das besser, als im All?
Mitten in der Wüste Dubais sollen bald vier geodätische Kuppeln über 17,5 Hektar wachsen. Was nach Science-Fiction aussieht, ist Teil eines Plans, der erst 2117 sein Ziel erreichen soll. Die Vereinigten Arabischen Emirate greifen mit erstaunlicher Konsequenz nach den Sternen.
Den Anfang machte 2021 die Sonde „Hope“. Im ersten Versuch erreichte sie den Mars und liefert seither Daten zur dünnen Atmosphäre des roten Planeten. Sie entdeckte sogar ein bislang unbekanntes Polarlicht, die „sinuous discrete aurora“, die sich über die halbe Marsoberfläche zieht. Hope soll helfen zu erklären, warum die einst dichte Marsatmosphäre fast vollständig ins All entwich.
Doch das ist erst der Anfang. Unter dem Namen „Mars 2117“ verfolgen die Emirate das Ziel, binnen hundert Jahren Menschen auf den Mars zu bringen. Der erste Schritt: die Mars Science City in Dubai. Entworfen vom dänischen Architekturbüro Bjarke Ingels Group, soll sie auf der Erde das Leben auf dem roten Planeten simulieren. Wände entstehen per 3D-Druck aus Wüstensand, ein Prototyp für künftige Bauten aus Marsregolith. Vertikale Hydroponik-Regale züchten Nutzpflanzen unter Marsbedingungen, während Forschungslabore Technologien für Energie- und Wasserautarkie erproben.
Eine junge Nation zeigt: Wer nach den Sternen greift, braucht keine jahrhundertealte Raumfahrttradition. Nur eine Vision. Die ganze Geschichte gibt es in der Juni-Ausgabe des Space Magazins.

