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Raumfahrt

Wie verändert sich unser Körper im All?

Sobald die Schwerkraft wegfällt, tickt die Uhr: Das Gehirn verliert die Orientierung, Flüssigkeit steigt in den Kopf, das Herz schrumpft, Muskeln bauen ab – der Körper beginnt sofort, sich umzubauen.

Es beginnt mit einem flauen Gefühl im Magen – und endet in einem tiefgreifenden Umbau des gesamten Körpers. Sobald ein Astronaut in den freien Fall gerät, fällt der gewohnte Schwerkraftvektor weg, und der Körper beginnt sofort, sich anzupassen.

Zuerst meldet sich das Gehirn. Weil das Innenohr keine Richtung mehr meldet, die Augen aber weiterhin Bewegung registrieren, entsteht die Raumkrankheit: Schwindel, Übelkeit, Desorientierung. Rund 70 Prozent der Astronauten kämpfen in den ersten fünf bis sechs Tagen damit. Gleichzeitig verschiebt sich Körperflüssigkeit nach oben. Die flüssigkeitsgefüllten Hohlräume im Gehirn, die Ventrikel, können sich dabei ausdehnen – die Erholung danach kann laut der Neurowissenschaftlerin Rachael Seidler rund drei Jahre dauern.

Auch das Herz spürt die neue Umgebung. Da es nicht mehr gegen die Schwerkraft anpumpen muss, wird es träger und schrumpft messbar – beim Astronauten Scott Kelly verlor der linke Herzventrikel über 340 Tage an Masse, trotz täglichem Training. Die Muskeln bauen ebenfalls rasch ab, weshalb auf der ISS täglich bis zu zwei Stunden trainiert wird.

Selbst die Verdauung verändert sich, wenn auch anders als gedacht: Sie funktioniert dank der Muskelbewegungen problemlos, doch das Aufstoßen wird zum Problem, und Darmbakterien wie Salmonellen können aggressiver werden. Für die Weltraummedizin ist all das eine einzigartige Gelegenheit. Denn im All laufen viele Prozesse im Zeitraffer ab – ähnlich wie bei bettlägerigen Menschen. So lernen Forscher, was den Körper im Normalzustand eigentlich zusammenhält. Die ganze Geschichte lesen Sie in der Juli-Ausgabe des Space Magazins.

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