Planetenforschung
Besaß der Mars einst einen Ring?
Sobald die Schwerkraft wegfällt, tickt die Uhr: Das Gehirn verliert die Orientierung, Flüssigkeit steigt in den Kopf, das Herz schrumpft, Muskeln bauen ab – der Körper beginnt sofort, sich umzubauen.
Neben der Erde ist der Mars der einzige terrestrische Planet im Sonnensystem, um den Monde kreisen. Allerdings keine wohlgeformten, runden Körper wie der Erdmond, sondern unförmige Gesteinsbrocken in Kartoffelform. Die Existenz dieser Monde ließe sich leicht erklären, wenn der rote Planet einst einen Ring besessen hätte – und dies vielleicht in Zukunft wieder tun wird.
Aber wie sind sie denn nun entstanden, die Monde des Mars? Die einen sagen so, die anderen so. Eine Erklärung besagt, dass Phobos und Deimos zwei Asteroiden sind, die vom Mars eingefangen und auf Umlaufbahnen gezwungen wurden. Eine andere Theorie besagt, dass beide Monde mit dem Planeten zusammen entstanden sind.
„Wir wissen es nicht“, gibt Hideaki Miyamoto von der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Universität Tokio schmunzelnd zu. Es gebe nun mal diese beiden Hypothesen. Entweder handele es sich bei den Monden um eingefangene Asteroiden oder sie hätten sich nach einem Einschlag auf dem Mars geformt.
Für den Marsmond Phobos steht nur so viel fest: „Die Oberfläche stimmt nicht mit der Oberfläche von Mars überein“, betont Martin Pätzold. Er ist Direktor der Abteilung Planetenforschung am Rheinischen Institut für Umweltforschung der Uni Köln. Eine Überlegung sei, dass es einst eine Trümmerscheibe um den Mars gegeben habe, aus der Phobos durch Zusammenballung entstanden sei. Woher die Trümmerscheibe ursprünglich kam, ist immer noch Thema der Diskussion und der Spekulation.
Ein Team US-amerikanischer Wissenschaftler hat die Theorie nun zu Ende gedacht. Die ganze Geschichte lesen Sie in der September-Ausgabe des Space Magazins.

